Laßt Blumen sprechen



Da sind wir mit der tollen Beatrix von Winterfeldt-Heuser von der Modeseite My-Fashionary verabredet und kommen zu spät. Sehr peinlich. Der Grund: mitten auf dem Goetheplatz stehen hunderte kunstvoll gefaltete Papierblumen, nicht größer als eine Handfläche, die alle darauf warten, gepflückt zu werden.

Wir schauen uns um und entdecken ein paar Jugendliche, die diese Blumen gerade "pflanzen". Jeder Passant darf sich eine mitnehmen, erfahren wir, und dann selbst entscheiden, ob er sie öffnet, denn jede Blume enthalte eine kleine Botschaft. Ein bißchen wie Glückskekse, aber viel schöner.


Wir pflücken also jeder eine Blume (und heimlich ein paar mehr für unsere Kinder - und eine für Beatrix als Entschuldigung) und hoffen, daß der jeweils andere eine Blume öffnet. Irgendjemand tut uns den Gefallen. "Möge heute für Dich ein guter Tag sein mit viel Freude" steht drauf und "Wenn Du ein Problem hast, versuche es zu lösen. Kannst Du es nicht lösen, dann mache kein Problem daraus - Buddha. Denk darüber nach, Sophie B."

Wir entdecken eine kleine Menschentraube und ihr die Initiatorin des Projekts, Janine Maschinsky. Von ihr erfahren wir, daß es ihre Diplomarbeit an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Offenbach darstellt. Die Blumen wurden dafür von Kindern in Kindergärten, Horten, Grundschulen und Gymnasien gefaltet. Eine klasse Idee! Wir lieben solche Aktionen. So viele Menschen bleiben stehen, machen Fotos, kommen ins Gespräch, wundern und freuen sich. Wir freuen uns auch, rennen zu unserer Verabredung und überreichen unsere Entschuldigungsblume. Ich glaube, Beatrix hat uns verziehen.