Hut ab ..


Mir imponieren Menschen, die nicht nur reden, sonderen auch MACHEN. Simone ist genau so ein Mensch. Sie ist seit Jahren ehrenamtlich im Hundeschutz aktiv und bewegt so einiges. Ich glaube es ist an der Zeit, diese tolle Frau einmal vorzustellen ...


Simone, - bitte stell Dich selbst kurz vor:

Wie alt bist Du und woher kommst Du?

Mein Name ist Simone Schröder, ich bin 45 Jahre alt, geboren im tiefsten Hessen in Wetzlar, aufgewachsen in Basel, wo ich mit meiner Familie nach vielen Umzügen auch seit Anfang des Jahres glücklicherweise wieder lebe.

Wieviele Stunden arbeitest Du ehrenamtlich und wie kam es dazu?

Da ich seit 2012 meine eigene gemeinnützige Organisation im Bereich Hundeschutz habe, die "Deutsche Gesellschaft zum Schutz des Hundes e.V"., www.dgsh.de, ist es eigentlich eine 24/7 Aufgabe.

Die Idee mit der eigenen Orga kam nach einigen Jahren der eher hakeligen, ehrenamtlichen Arbeit für einen anderen Verein. Viel gelernt, oft enttäuscht von Menschen, habe recht schnell gemerkt, dass ich Dinge auf meine Art und vor allem in meinem Tempo lösen möchte.

In Stunden lässt sich die Arbeit nicht messen, kann mal mehr mal weniger sein, aber da ich meine Berufung leben darf, schwingt das immer mit. Ich habe immer die Augen und Ohren offen für alle Themen rund um den Hund. Sei es Vermittlungen, Adoptionsmöglichkeiten, Organisation von Transporten, Gesundheitsthemen, die ich mit meiner Vizepräsidentin, einer versierten Veterinärin bespreche, und, und und. Aktiver Tierschutz ist so mannigfaltig, dass man keinerlei Routine erlebt.


Bist Du mit Hunden groß geworden?

Ja, bereits vor meiner Geburt lebten zwei Boxer im Haushalt meiner Familie. Als ich 7 Jahre alt war, bekamen wir von einem innerschweizer Bauernhof einen übriggebliebenen Welpen, Barry, seines Zeichens ein prachtvoller Berner Sennenhund. Ende der 70er Jahre war er im piefigen Wetzlar die Attraktion, diese Rasse kannte man nicht. Schade, dass es mittlerweile soviele rücksichtslos überzüchtete Rassen gibt. Später hatten wir dann zwei Rauhaardackel, die Wurfgeschwister Max und Moritz.

Mein erster, wirklich eigener Hund war Leo, ebenfalls ein Rauhaardackel und leider ebenfalls von einem Züchter. So ein Kardinalfehler wie Hunde bei einem Züchter kaufen, würde mir heute nicht mehr passieren. Und ich versuche auch ständig, mein Umfeld entsprechend zu reformieren. Mir völlig egal, ob die dabei die Augen rollen. Wer heutzutage noch Hunde vom Züchter kauft, ist ein unverantwortlicher Egoist und gehört fortan nicht mehr zu meinem Bekanntenkreis. Mein Mann findet mich da viel zu radikal, aber was soll ich machen? Ich kann da nicht aus meiner Haut.

Woher kommt Deine Leidenschaft?

Ich betrachte die tiefe Zuneigung und Liebe zu der Spezies Hund als ein Geschenk, denke aber auch, dass ich mein Gespür für Hunde dem gemeinsamen Leben quasi von meiner Geburt an verdanke. Kommunikation mit Hunden wiederum ist etwas, was ich, was alle (!) Menschen wieder erlernen müssen. Es ist die Art der Telepathie, die Babies noch können, die uns aber dann aberzogen wird, bzw. überlappt von vermeintlich Wesentlicherem wie aktive Kommunikation nur mit Menschen, Technik, etc.


Gibt es eine (oder mehrere Leidenschaften) in Deinem Leben?

Auf jeden Fall: ESSEN! Und alles, was damit zu tun hat: kochen, Dokumentationen bei Netfilx wie 'Chef's Table' inhalieren, Kochbücher von vorn bis hinten lesen, regelmässig Restaurants besuchen, Streetfood ausprobieren. Ich habe die Hotelmanagement Schule am Genfer See besucht und dort die französische Küche von der Pieke auf erlernen dürfen. Am meisten jedoch lieben mein Mann und ich es, zu reisen und Neues zu entdecken. Mehr als Thorsten ist mein Fokus dabei auf dem Kulinarischen. Das bisher unvergesslichste war unsere Japanreise, da die japanische Küche mein Steckenpferd ist, auch Zuhause. Und ich meine nicht schnödes Sushi.

Wer begleitet/ unterstützt Dich?

In allererster Linie mein Mann, der mit seiner eigenen gemeinnützigen GmbH www.tierwohltaeter.de ebenfalls in der 'Tierschutzbranche' tätig ist. Und natürlich mein Team bestehend aus Hundetrainern, Tierärzten und leidenschaftlichen, nimmermüden Helfern, besonders vor Ort in unserem Einsatzgebiet Transsilvanien, wo wir eine Auffangstation für Hunde haben und auch regelmässig kastrieren.


Wen bewunderst Du?

Von den aktiven Tierschützern, mit denen ich arbeite, auf jeden Fall Raisa Ludosan, eine ganz wunderbare junge Frau Mitte 20, die in Cluj unsere Station leitet, und oft über die Kraft rackert. Oft wird sie zudem noch für ihren Einsatz angegriffen, kritisiert. Denn Rumänien ist mittelalterlich in seinem Umgang mit Tieren. Raisa könnte altersmässig meine Tochter sein, ich erwäge eine Adoption. Das war jetzt ein Scherz, ne?!

Global gesehen sind es natürlich Grössen wie Dr. Jane Goodall, die mir Vorbild sind. Mein Mann und ich hatten die Ehre, Dr. Goodall letztes Jahr in London bei einem Vortrag zu erleben und wir waren von der Aura dieser bescheidenen Heldin fasziniert.


Welches politisches Ziel würdest Du gerne beschleunigt wissen?

Grundsätzlich bin ich absolut kein politischer Mensch. Deswegen ist es eher eine Träumerei, wenn ich mir wünsche, dass gerade in den reichen Industrieländern Sodomie und das Geschäft mit Tierprostitution stärker oder überhaupt (!) geahndet wird. Oder zumindest, dass die Öffentlichkeit davon erfährt. Das ist sicherlich das Schrecklichste, was ich in meinem gesamten Leben sehen musste.

Was holt Dich aus einem "Tief" heraus?

Spaziergänge mit meinen 4 Hunden im Wald. Allein. Wir unterhalten uns dann.


Bei wem möchtest Du Dich mal bedanken?

Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich mich nicht beim Universum und meinem Vater für diese unerhört privilegierte finanzielle Lebenssituation durch meine Erbschaft bedanke. Man hat mich so erzogen, dass ich weiss, Vermögen zu besitzen bedeutet auch soziale Verantwortung zu übernehmen, was mein Mann und ich aktiv und gerne betreiben.

Und ich bedanke mich bei allen Übersetzern japanischer Kochbücher.

Ziele für 2016:

Zufriedenheit, wie jedes Jahr. Die entsteht übrigens durch Dankbarkeit. Und bei mir durch jedes Foto eines von uns glücklich vermittelten Hundes, dessen Leben retten und zum Besseren wenden konnten.


Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Lifehacks 496066

Ich bin ja ein großer Fan von "Lifehacks", - Dinge die die Welt nicht braucht, - man aber irgendwie immer mal wieder benötigt....