Angst vorm Zahnarzt?


Ich habe keine tollen Erinnerungen an meine Zahnarztbesuche als Kind. Erinnerungen an eine liebevolle, mich tröstende Mutter ebenfalls nicht, - auch sie war bei jedem Zahnarztbesuch eher angespannt, on top galt der "Gott in Weiß" damals noch viel mehr als heute, es wurde vor diesem "Heiligen" gekuscht und sich devot verhalten. Habe ich vor Schmerzen weinen müssen, durfte der Zahnarzt mich noch anbellen, - meine Mutter entschuldigte sich für mich unartiges Kind und warf mir einen nicht netten Blick zu.

Ich erinnere mich gut, sehr gut an meinen damaligen Zahnarzt, Dr. Appenroth (ich kann den heute noch nicht leiden, - vielleicht fahre ich ihn mal besuchen, sollte er noch leben... dem ollen Ekel würde ich was erzählen, MISTVIECH!) Zu guter Letzt hat er uns sogar aus seiner (ach so tollen) Praxis geworfen, meine Akte tatsächlich hinterher, mitten auf den Bürgersteig geschmissen. Ich werde das niemals vergessen und habe die Bilder im Kopf- heute kann ich darüber lachen.

Ich hatte Karies, und er bohrte immer ohne Betäubung. Es tat so weh! Er schmiss uns raus, und meine Mutter hat mir noch eine gepfeffert. Tags drauf war meine Wange ganz blau, - er hatte auf einen Nerv gebohrt und es tat wirklich sehr, sehr weh und nun hatte auch meine Mutter ein schlechtes Gewissen mir gegenüber.


Jedenfalls macht man sich ja keine großen Gedanken darüber, wie es wohl ist, wenn die eigenen Kinder mal zum Zahnarzt müssen, - spätestens jedoch, wenn der erste Zahn durchkommt. Dann liest man sich durch... und ist so überaus glücklich und zufrieden mit dem, was heute in Sachen Zahnarzt und Zahnmedizin für Kinder angeboten wird. Ich hatte ein bisschen im Netz geschaut, was in Sachen Kinderzahnarzt angeboten wird und bin so beim Zahnmedizinischem Zentrum Frankfurt gelandet.


Kommt man dort in die Praxis, ist eine Rutsche, eine Tafel, Bücher und ein Fernseher im Wartezimmer. Aber nicht übertrieben, - alles wirkt "echt". Wartezeiten gibt es wenn, dann nur kurze.


Das Team ist sehr organisiert.

Über dem Behandlungsstuhl hängt ein Flachbildschirm im Zebramantel ;) Die Kinder liegen also mit weit geöffnetem Mund auf dem Stuhl und schauen Fernsehen.


Idas Zahnärztin, Frau Dr. Topf, ist wahnsinnig ruhig. Sie strahlt eine solche Herzlichkeit und Augeglichenheit aus, - unfassbar. Mittlerweile ist das Verhältnis zwischen meinen Töchtern und ihr beinahe freundschaftlich.

In ruhigem, vertrauensvollem Ton spricht Frau Dr. Topf die Patientin an, NICHT die Mutter. Erklärt Schritt für Schritt, was sie macht, welches Instrument sie benutzt, immer wieder erwähnt sie (eher nebenbei), dass Ida kurz die Hand heben soll, wenn etwas sein sollte.

Ida wird gefragt, welche Geschmacksrichtung sie haben möchte, - Erdbeer oder Schokolade, - mit einem Stift wird der Geschmack nämlich auf eine Lachgasmaske gepinselt, - diese bedeckt eben die Nase. Ida nimmt (ohne Lachgas bereits schmunzelnd) Erdbeer und schaut weiter Fernsehen!

Nach 20 Minuten ist der Karies besiegt, der Zahn on top versiegelt und Ida bekommt noch 2 Minuten Sauerstoff durch die Maske. Ihre Sauerstoffsättigung wird gemessen und schwupps springt sie LACHEND (?!!!??) vom Behandlungsstuhl.

Eine Kleinigkeit aus der Schatztruhe darf sie sich noch aussuchen, - das weiß sie bereits.

Und schon sind wir wieder draußen.

In all den Jahren, die ich mit meinen Kindern nun bereits bei Frau Dr. Topf bin, gab es nie einen Vorwurf von wegen "mangelnde Zahnhygiene" oder sonstigem. Im Gegenteil, gestern erst sagte sie: "Ach da können im kommenden Jahr neue Studien auf dem Markt sein, dann ändert sich wieder alles!"

Ich habe das Gefühl, ihr als Frau, Mutter und Zahnärztin ist es wichtig, dass der Patient glücklich ist! Den Eindruck habe ich bei ihr wirklich. Tolle Frau, und super Zahnärztin.

Das wollte ich mal loswerden, da ich wirklich beeindruckt bin!