Ein perfektes Wochenende


Hier sollte jetzt ein Beitrag zur IGA kommen, der Internationalen Gartenausstellung in Berlin (so langsam komme ich in das Alter, in dem mich so etwas tatsächlich interessiert ;-). Aber dann wurde das Wetter besser und besser. 30 Grad, Sonne und blauer Himmel. Die Kinder hatten keine Lust auf Gartenausstellung, meine Eltern gleich gar nicht und der Ehemann wäre mir zuliebe mitgegangen, die Unlust stand ihm aber ins Gesicht geschrieben. Also hieß es Pläne ändern und raus an den See fahren. Der Anfang eines perfekten Wochenendes.


Da saß ich dann auf dem Steg, beobachtete die Segler und Kinder, sagte gefühlt stundenlang kein Wort und genoß es, einfach nur hier zu sein. Am Wasser, zusammen mit meinen Eltern - wissend, welch großes Glück ich habe, die beiden noch um mich zu haben und mit ihnen zusammen die Stille genießen zu können. Besser konnte es nicht werden. Dachte ich.

Bis dieser Anruf kam, daß ich meine Mails checken solle. Und da war sie. Die Einladung zum Depeche Mode Konzert auf der Leipziger Festwiese. 70.000 Fans - und ich mittendrin. Jemand hat mir als ewiger Depeche Mode Fan den größtmöglichen Gefallen getan und mich auf die Gästeliste gesetzt. Völlig aufgekratzt rief ich meinen Bruder an, um spontan noch eine Mitfahrgelegenheit zu organisieren.


Und so nahm das perfekte Wochenende seinen Lauf. Vom See zum Massenevent. 70.000 Fans und dank meiner Fan-Familie, die sich auch gern schon einmal 6 Stunden vor Konzertbeginn vorn an die Bühne stellt, ein Platz in der allerersten Reihe. Kann nicht mehr besser werden?


Doch, kann es.

1988 war ich das erste Mal bei einem Konzert der Band, die Male danach habe ich nicht gezählt, aber es waren so einige. Aber so gut wie nie, "erwischte "ich mein erklärtes Lieblingslied. Und diesmal stand es auf der Setlist. Gleich als erste Zugabe. Endlich, endlich erlebte ich es live. "I want somebody to share, share the rest of my life ...."


Bei den kommenden Konzerten in Frankfurt und Berlin werde ich wieder dabei sein. Und ich werde wieder aus dem Häuschen sein. Aber so perfekt wie das Konzert in Leipzig wird es möglicherweise nie wieder.

Denn dort hat mir jemand einen Gefallen getan, der mich nicht besonders gut kennt.

Er hat mir diesen Gefallen getan, weil er es konnte. Und für diese Geste bin ich diesem Jemand sehr sehr dankbar! Und ich hoffe, diesen Gefallen irgendwann irgendjemandem zurückgeben zu können. Jemandem, dem dieser Gefallen genauso viel bedeuten wird wie mir dieses Wochenende.

Ich hätte mir die Karte für das Konzert auch kaufen können, aber so hatte sie einen unendlich höheren Wert für mich. Danke, lieber Jemand und tausend Grüße von einer Freundin ...