Interview mit Alex Lockwood


Ihr habt es gemerkt: wir waren ein paar Tage nicht online - und das, obwohl wir zu dritt schreiben und eigentlich immer eine Menge zu erzählen haben. Jetzt sind wir aber zurück - mit einem Interview von Alex Lockwood, einem Künstler aus Seattle, der Bobo Choses seine Masken für deren aktuelles Fotoshoot geliehen hat...

Aber von Anfang an: "Plastic is over" heißt die sogenannte capsule collection von Bobo Choses, eine Unterkollektion der aktuellen Herbst- und Wintermode, die sich der Meeresverschmutzung widmet. Seit heute sind die Sachen auf dem Markt und sollen mit ihren bunten, tollen Designs spielerisch auf das Problem aufmerksam machen. Acht Millionen Tonnen Plastik verschwinden jedes Jahr im Meer und bedrohen Leben und Vielfalt im Wasser und damit indirekt auch das Leben an Land.

Das Fotoshooting der Kampagne wurde von Alex Lockwood unterstützt, der der spanischen Kindermodemarke Masken zur Verfügung gestellt hat, die er aus altem Plastik gefertigt hat. Bobo Choses hat mit Alex Lockwood über seine Arbeit gesprochen.


* Alex, Sie leben mit Frau und Kindern in Nashville und fertigen für Ihre Kunst Skulpturen aus gebrauchten Materialien wie alten Lottoscheinen, Flaschendeckeln und altem Plastik. Was wollten Sie als Kind werden? Künstler?

Als Kind wußte ich nicht, was ich werden möchte. Ich war sehr beeinflußbar und hatte die Ideen anderer Leute im Kopf. Erst mit 35 habe ich angefangen, Skulpturen zu machen, habe mich auch dann erst wirklich daran erinnert, daß ich schon als Kind sehr an Kunst interessiert war und auch schon sehr kreative Sachen gefertigt habe.


* Welche Künstler beeinflussen Sie am meisten?

Eugene von Bruenchenhein, Gabriel Orozco, Joseph Cornell, Ray Johnson, El Anatsui and Alighiero Boetti.

* Warum nutzen Sie gebrauchte Materialien für Ihre Arbeit?

Das ist die Art, wie sich Kunst für mich präsentiert. Ich habe angefangen, in meiner Nachbarschaft Sachen zu fotografieren, die andere Leute weggeworfen haben, besonders Sachen, die ich immer und wieder gesehen habe. Aber Fotografie ist nicht mein Gebiet, also habe ich angefangen, diese Sachen zu sammeln, ohne zu wissen, was ich damit machen soll.

Alles, was ich sammle, hat eine menschliche Geschichte. Wie die Lottoscheine, die Hoffnung und Enttäuschung verkörpern. Oder die Flaschenverschlüsse, die mit den Durst eines Menschen reflektieren, die Drehbewegung der menschlichen Hand, die den Verschluß geöffnet hat etc. etc.


* Sie müssen ein ernsthafter Sammler sein. Woher bekommen Sie so viele Materialien?

Ich bekomme das Material von den verschiedensten Stellen. Meine ersten Plastikverschlüsse habe ich zum Beispiel hinter Recyclingautomaten in New York gesammelt, an denen vorrangig Obdachlose Lebensmittelkarten mit Hilfe von Recyclingflaschen aufgeladen haben. Damals mußten die Verschlüsse dafür abgemacht werden. Auf diesem Wege habe ich mehr als 20.000 Schraubverschlüsse gesammelt, die ich für meinen ersten "Giant Shaker" verwendet habe.


* Wir (Bobo Choses) zeigen mit unserer aktuellen Kollektion Kinderideen, wir man die Meere wieder sauber bekommt. Da ist zum Beispiel ein katzenähnliches U-Boot, das Plastikmüll in Glücksblasen verwandelt. Wie würden Sie die Welt verändern, wenn Sie könnten ...

Ich würde einen Zauberspruch über unseren Präsidenten verhängen damit er an Wissenschaft, Fakten und Forschung glaubt.