Ohne Eltern


Hm. das wird nun ganz schön persönlich und auch ein wenig intim, aber ich ärgere mich gerade sehr. Die selbstverständliche Art wie einige mit ihrem Glück umgehen...

Ich bin eifersüchtig und ich bin neidisch und ja ich hätte auch gerne eine Mutter, die mir mit ihrem Rat zur Seite steht, bei der ich sein kann, wie ich bin. Die ich anmotzen kann, wenn ich gefrustet bin, Wenn ich ungerecht behandelt wurde, - diese Ungerechtigkeit einfach weitergebe. Eine Mutter mich dennoch liebt. Bedingungslos.

Die mich in den Arm nehmen kann, - Körperwärme spüren. Die ich riechen kann. Anrufen, wenn ich etwas schönes erlebt habe, eine Mutter, die stolz auf mich ist, wenn ich etwas erreicht habe. Eine Mutter die ihre Enkel liebt und Zeit mit ihnen verbringen möchte. Die mir mit ihren Erfahrungen zur Seite steht.

Einen Vater, einen Vater der mich anhört, beschützt, mir hilft. Im Garten, im Haus, der mir mit Rat und Tat zur Seite steht. Dessen Tochter ich sein darf....

Meine Eltern sind noch gar nicht so lange verstorben. Und ich erinnere mich gut, wie oft ich genervt gewesen bin. Von ihren Ansichten, - vieles konnte und wußte meine Mutter besser. Von ihrer Art, von meinem Gefühl, mich um sie kümmern zu müssen, da sie alleine lebte. Von meinem Empfinden, für sie da sein zu müssen, - zog sie aus dem Norden nach Frankfurt, - für die erste Enkelin, um mich entlasten zu können, da ich gearbeitet habe. Mein Vater, der eine neue Frau hatte, - (die ich bis heute verehre, da sie beim Ableben meines Vaters sehr selbstlos gehandelt hat!), zu dem ich aber leider viel zu wenig Kontakt hatte! Was würde ich heute alles anders machen.... Und ich bin ein VATERKIND gewesen.

Ich hatte nicht die schönste Kindheit und es gab Momente, die ich kaum verzeihen konnte. Was ich aber rückwirkend sagen kann, meine Mutter hat hart an sich gearbeitet und egal was sie tat, niemals weil sie es aus böser Absicht! Wie häufig war sie schlicht und einfach überfordert.

Was mich heute sehr freut, - unser Verhältnis in ihren letzten Jahren war ein sehr gutes, sehr vertrauenvolles!

Wie schlimm wäre es, hätten wir das nicht hinbekommen.

Und da komme ich an meinen Punkt, der mich so verletzt, der mir so weh tut. Wie oft sehe ich andere Frauen und Männer, die die Augen verdrehen, für die es eine Selbstverständlichkeit ist, dass deren Eltern da sind, einspringen, vieles zurückstellen um für ihre Töchter Zeit zu finden und für ihre Enkel da zu sein! Oder Väter die ihre eigenen Väter mehr oder weniger vergessen!

Ob Mann oder Frau, - ihr habt nur eine Mutter, einen Vater!

Wann habt ihr diese das letzte Mal eingeladen, AUS ZU GEHEN? Nur Ihr zwei? Mutter und Tochter? Oder Mutter und Sohn? Oder ein Männerabend und Vater und Sohn? Einfach mal die eigene Mutter ausführen, - was glaubt ihr, was Eure Eltern sich freuen! Ohne Enkel. Einfach mal fragen, wie es ihr, der MUTTER / dem VATER geht, was sie/ ihn erfreut, sie/ er gerne mal wieder machen möchte... Den Vater auf ein "Feierabendbier" einladen...

Wieso kommt ihr nicht auf solche Ideen?

Es geht so schnell, kommt meistens unerwartet, und die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen!

Spürt die Körperwärme beim Umarmen, riecht Eure Eltern, seid bewußt!

Sie haben Macken und ja, sie können auch anstrengend sein. Aber die Zeit ist begrenzt. Ruft sie an, lasst sie an Euren Leben teilhaben.

Ich kann das gar nicht oft genug sagen...